spielen


spielen

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spie|len ['ʃpi:lən]:
1.
a) <itr.; hat sich zum Zeitvertreib, aus Vergnügen mit etwas beschäftigen:
die Kinder spielen auf der Straße, im Hof, mit dem Ball.
b) <tr.; hat ein bestimmtes Spiel (1 b) zum Zeitvertreib, aus Vergnügen machen:
Ball, Karten, Skat, Halma spielen; wir spielten Schach miteinander/gegeneinander; wollt ihr noch eine Partie spielen?
c) <itr.; hat sich mit dem Glücksspiel beschäftigen:
im Lotto, in der Lotterie spielen; er spielt (er ist ein Spieler (2)); sie spielt hoch, riskant (mit hohem Einsatz, Risiko).
2.
a) <tr.; hat eine bestimmte Ballsportart betreiben:
Fußball, Tennis spielen; sie spielt hervorragend Hockey.
b) <itr.; hat sich in bestimmter Weise sportlich betätigen:
er spielt in der Nationalmannschaft, als Stürmer, im Tor.
c) <itr.; hat ein sportliches Spiel, einen Wettkampf austragen:
die deutsche Mannschaft spielt gegen die Schweiz, in der Halle um Punkte.
Syn.: antreten.
3. <tr.; hat (eine Melodie, ein Musikstück o. Ä.) erklingen lassen, wiedergeben:
eine Sonate für Cello spielen.
4.
a) <tr.; hat aufführen (1):
Theater, ein Stück, eine Kömödie spielen.
Syn.: auf die Bühne bringen, darbieten (geh.).
b) <tr.; hat als Schauspieler in einer bestimmten Rolle agieren:
er spielt den Hamlet.
Syn.: auftreten als, darstellen, verkörpern.
c) <itr.; hat auftreten, ein Konzert geben:
bei den Festspielen werden berühmte Solisten spielen; morgen spielt die Band in Köln.
5. <tr.; hat
a) etwas Bestimmtes zu sein vorgeben; vortäuschen, vorgeben:
den reichen Mann, den Überlegenen, die große Dame spielen; häufig im 2. Partizip> mit gespielter Gleichgültigkeit; bei ihr ist alles nur gespielt.
Syn.: markieren (ugs.), mimen (ugs. abwertend).
b) eine bestimmte Rolle, Funktion übernehmen:
den Schiedsrichter spielen; könntest du nicht mal [den] Kellner, [die] Dolmetscherin spielen?; ich denke ja gar nicht daran, schon wieder den Chauffeur zu spielen.
6. <itr.; hat sich an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit ereignen:
der Roman, die Oper spielt in Italien, [am] Ende des 19. Jahrhunderts.
7. <itr.; hat keinem bestimmten Zweck dienende Bewegungen ausführen:
der Wind spielt in den Zweigen; die Wellen spielen um die Felsen.
8. <itr.; hat schimmern, schillern:
der Edelstein spielt in allen Farben.
9. <itr.; hat
a) (etwas) zeigen, einsetzen [um etwas zu erreichen]:
sie spielte mit all ihren Reizen; sie ließ ihren Charme spielen.
Syn.: anwenden, gebrauchen.
b) sich nicht ernsthaft (mit jmdm., etwas) befassen:
er spielt nur mit ihr, ihren Gefühlen.

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spie|len 〈V.; hat
I 〈V. tr. u. V. intr.〉 sich ohne Zweck, zur Unterhaltung (mit etwas) beschäftigen, ein Spiel machen, treiben ● komm, wir \spielen ein bisschen! ● Ball \spielen; ein Spiel \spielen ● mit den Fingern, mit der Uhrkette \spielen; mit dem Gedanken \spielen, etwas zu tun überlegen, ob man etwas tun soll; mit der Liebe \spielen 〈fig.〉 eine oberflächl. Liebelei anfangen; mit Puppen, mit der Eisenbahn \spielen; mit Worten \spielen ein Wortspiel machen; Wörter geistreich in ihrem unterschiedl. od. ähnl. Bedeutungen verwendenwas wollen wir \spielen?
II 〈V. intr.〉
1. ein Glücksspiel betreiben, ein Wettspiel durchführen
2. sich als Schauspieler betätigen
3. ein Musikinstrument betätigen
4. Spiel(raum) haben
5. eine Sache nicht ernst meinen, nehmen
6. leichtsinnig gefährliche Dinge treiben
7. in lebhafter, leichter, harmonischer Bewegung sein (Farben, Lichter)
8. schimmern, schillern
● er spielt ja nur (mit ihr); es spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester ● Zungen der Waage \spielen 〈fig.〉 heben u. senken sich leicht ● \spielen lassen = spielenlassen ● der Darsteller des Hamlet spielte ausgezeichnet, gut, schlecht; fair, unfair, hart, rücksichtslos \spielen 〈Sp.〉; falsch \spielen (auf einem Instrument); hoch \spielen (beim Glücksspiel) einen hohen Einsatz wagen; die Sache spielt schon lange ist schon lange Zeit im Gange ● sie spielt seit Jahren am Burgtheater; die Mannschaft spielt heute gegen ...; der Diamant spielt in allen Farben; ins Gelbliche, Grünliche usw. \spielen einen gelbl., grünl. Farbton, Schimmer aufweisen; in der Lotterie \spielen; der Roman spielt im Mittelalter die Handlung des R. läuft im M. ab; mit jmdm. \spielen ein Spiel machen; 〈fig.〉 jmdn. zum Besten haben, ihn irreführen, es nicht ernst mit ihm meinen; die Scheinwerfer spielen über den Himmel; Schmetterlinge \spielen um die Blumen; das Wasser spielte ihm um die Füße; um Geld \spielen; um seine Lippen spielte ein vages Lächeln ● \spielend 〈fig.〉 leicht, mühelos, ohne Schwierigkeiten; \spielend lernen; ein Hindernis \spielend nehmen; er schafft es \spielend; etwas \spielend überwinden
III 〈V. tr.〉
1. schauspielerisch darstellen (Rolle)
2. im Theater aufführen (Drama, Operette)
3. künstlerisch betätigen können (Musikinstrument)
4. musikalisch darbieten (Musikstück)
5. 〈fig.〉 vorgeben, vortäuschen, so tun, als ob
Beethoven \spielen ein Stück von B. spielen; den Beleidigten, Unschuldigen \spielen 〈fig.〉; den Don Carlos \spielen; eine Farbe \spielen 〈Kart.〉; Geige, Klavier \spielen; Karten \spielen; ein Konzert, einen Schlager, eine Sonate \spielen; den feinen Mann \spielen 〈fig.; umg.〉 sich als fein aufspielen; Theater \spielen; Vorsehung \spielen 〈fig.〉 dem Geschehen heimlich nachhelfenwas wird heute (im Theater) gespielt?; was wird hier gespielt? 〈fig.〉 was geht hier vor?, was ist hier los?; wer hat den Hamlet gespielt? ● seine Entrüstung war nur gespielt; das Stück war inhaltlich gut, aber es war, es wurde schlecht gespielt; mit gespieltem Erstaunen fragte er ...
IV 〈V. refl.; in Wendungen wie〉 sich müde \spielen so lange spielen, bis man müde ist (Kind, junges Tier); sich um sein Vermögen \spielen so lange spielen, bis man sein Vermögen verloren hat; sich an eine Kulisse, zum Souffleurkasten \spielen sich beim Spiel auf der Bühne unauffällig einer K., dem S. nähern
[→ Spiel]

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spie|len <sw. V.; hat [mhd. spiln, ahd. spilōn, urspr. = sich lebhaft bewegen, tanzen]:
1.
a) sich zum Vergnügen, Zeitvertreib u. allein aus Freude an der Sache selbst auf irgendeine Weise betätigen, mit etw. beschäftigen:
die Kinder spielen [miteinander, im Hof, im Sandkasten];
mit einem Ball, der elektrischen Eisenbahn, einer Puppe s.;
du darfst noch für eine Stunde s. gehen;
sie spielt schon wieder mit ihrem neuen Computer;
die Katze spielt mit einem Wollknäuel, einer Maus;
spielende Kinder;
b) etw. fortwährend mit den Fingern bewegen; an etw. herumspielen:
sie spielte an/mit ihrem Armband, Ohrring;
c) ein bestimmtes Spiel (1 b) zum Vergnügen, Zeitvertreib, aus Freude an der Sache selbst machen:
Halma, Skat, ein Spiel, ein Gesellschaftsspiel s.;
[mit jmdm., gegen jmdn.] Schach s.;
Verstecken, Fangen, Blindekuh s.;
wollen wir noch eine Partie spielen?;
d) (Kartenspiele) im Spiel einsetzen, ausspielen:
Herz, Trumpf, den Buben, eine andere Farbe s.;
e) ein bestimmtes Spiel (1 b) beherrschen:
spielen sie Skat?;
sie spielt sehr gut Schach.
2. sich an einem Glücksspiel beteiligen:
hoch, niedrig, riskant, vorsichtig, um Geld, mit hohem Einsatz s.;
im Lotto, Toto s.;
er begann zu s. (wurde ein Spieler);
<auch mit Akk.-Obj.:> Lotto, Toto, Roulette s.
3.
a) [als Sport] ein bestimmtes Ballspiel o. Ä. spielen:
Fußball, Handball, Hockey, Golf, Billard s.;
sie spielt hervorragend Tennis;
er kann wegen einer Verletzung zurzeit nicht s.;
b) einen sportlichen Wettkampf austragen:
die Mannschaft spielt heute [gut, schlecht, enttäuschend, offensiv, auswärts];
gegen einen starken Gegner s.;
es wird in der Halle gespielt;
um Punkte, um die Meisterschaft s.;
c) <s. + sich; unpers.> sich in bestimmter Weise spielen (3 b) lassen:
auf nassem Rasen spielt es sich schlecht;
d) (einen Ball o. Ä.) im Spiel irgendwohin gelangen lassen:
den Ball, die Scheibe vors Tor s.;
die schwarze Kugel über die Bande ins Loch s.;
e) (einen Ball o. Ä.) in einer bestimmten Weise im Spiel bewegen:
den Ball hoch, flach s.;
f) ein Spiel mit einem bestimmten Ergebnis abschließen, beenden:
unentschieden s.;
die deutsche Mannschaft hat 1: 0 gespielt;
g) (Ballspiele, Eishockey) als Spieler (a) einen bestimmten Posten (2 c) einnehmen:
im Tor, in der Abwehr, halblinks s.;
Libero s. (als Libero spielen).
4. <s. + sich> durch Spielen (1 a, c, 2, 3 b) in einen bestimmten Zustand gelangen:
die Kinder haben sich müde, hungrig gespielt;
sich beim Roulette um sein Vermögen s.
5.
a) auf einem Musikinstrument musizieren:
Gitarre s.;
sie spielt seit Jahren Cello;
sie spielt [gut, schlecht] Klavier (kann [gut, schlecht] Klavier spielen);
b) auf einem Musikinstrument darbieten:
eine Melodie, Etüde, Sonate [auf dem Klavier] s.;
das Orchester spielte einen Walzer, Jazz, Tanzmusik;
sie spielten [Werke von] Haydn und Mozart;
Ü das Radio spielte (im Radio hörte man) eine Sinfonie;
spiel doch mal eine CD (ugs.; lege eine CD ein)!;
c) musizieren:
auswendig, vom Blatt, nach Noten s.;
vierhändig, auf zwei Flügeln s.;
gekonnt, routiniert, anmutig, mit Gefühl s.;
sie spielt im Schulorchester, in einer Rockband;
die Band spielt heute in Köln;
das Orchester, die Musik begann zu s.;
zum Tanz s.;
das Radio spielt (läuft) bei ihm den ganzen Tag.
6.
a) (eine Gestalt in einem Theaterstück, Film) schauspielerisch darstellen:
eine kleine Rolle, die Hauptrolle [in einem Stück] s.;
den Hamlet [eindrucksvoll, überzeugend] s.;
<auch ohne Akk.-Obj.:> die Hauptdarstellerin spielte manieriert, gut, eindringlich;
b) als Darsteller auftreten:
jeden Abend s. müssen;
er spielt am Burgtheater (hat dort ein Engagement als Schauspieler);
c) (ein Bühnenstück) aufführen, (einen Film) vorführen:
eine Komödie, Oper s.;
das Staatstheater spielt heute Hamlet;
das Kino spielt, im Kino spielen sie schon wieder »Casablanca«;
was wird heute im Theater gespielt?;
Ü was wird hier gespielt? (ugs.; was geht hier vor sich?);
d) <s. + sich> durch seine Leistung im Spiel (1 d, 5 a, b) in einen bestimmten Rang aufsteigen:
mit dieser Rolle hat er sich ganz nach vorn, in die erste Reihe gespielt;
die Mannschaft hat sich an, in die Weltspitze gespielt.
7. (von der Handlung eines literarischen Werks o. Ä.) sich irgendwann, irgendwo zutragen:
der Film, Roman spielt im 16. Jh., in Berlin, im Berlin der Zwanzigerjahre.
8.
a) etw. Bestimmtes zu sein vorgeben; vortäuschen, vorgeben:
den Überlegenen s.;
sie spielt gerne die große Dame;
<häufig im 2. Part.:> mit gespielter Gleichgültigkeit;
gespieltes Interesse;
b) eine bestimmte Rolle, Funktion übernehmen:
könntest du nicht mal [den] Mundschenk, [die] Dolmetscherin s.?;
sie will nicht den ganzen Tag Hausfrau s.
9. leichtfertig, mit launenhafter Willkür mit jmdm., einer Sache umgehen:
mit jmdm., jmds. Gefühlen [nur] s.;
[leichtsinnig] mit seinem Leben s. (sein Leben riskieren);
er spielt gern mit Worten (liebt Wortspiele).
10.
a) [sich] unregelmäßig, ohne bestimmten Zweck, leicht u. daher wie spielerisch [hin u. her] bewegen:
der Wind spielt in den Zweigen, in ihren Haaren;
Ü ein Lächeln spielte um ihre Lippen (ein leichtes Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen);
b) von einem Farbton in einen anderen übergehen:
ihr Haar spielt [etwas] ins Rötliche;
der Diamant spielt (glitzert) in allen Farben;
ein ins Grünliche spielendes Gelb.
11. heimlich irgendwohin gelangen lassen; jmdm. unauffällig zuspielen (2):
jmdm. etw. in die Hände s.
12.
etw. s. lassen/spielenlassen (etw. für eine bestimmte Wirkung einsetzen, wirksam werden lassen: seine Beziehungen, Verbindungen s. lassen; sie ließ ihren Charme, ihre Reize s.; lass doch mal deine Fantasie s.!);
sich mit etw. s. (südd., österr.: 1. etw. nicht ernsthaft betreiben. 2. etw. mühelos bewältigen).
13. (bes. schweiz.) funktionieren, wirksam werden.
14. übertragen, überspielen:
Daten auf eine externe Festplatte s.

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spie|len <sw. V.; hat [mhd. spiln, ahd. spilōn, urspr. = sich lebhaft bewegen, tanzen]: 1. a) sich zum Vergnügen, Zeitvertreib u. allein aus Freude an der Sache selbst auf irgendeine Weise betätigen, mit etw. beschäftigen: die Kinder spielen [miteinander, im Hof, im Sandkasten]; mit einem Ball, der elektrischen Eisenbahn, einer Puppe s.; Die Frau und das Kind saßen am Abend im Wohnraum und spielten mit Würfelbechern (Handke, Frau 114); du darfst noch für eine Stunde s. gehen; er spielt schon wieder mit seinem neuen Computer; die Katze spielt mit einem Wollknäuel, einer Maus; spielende Kinder; Ü die Sonne spielte den ganzen Tag über in den Bäumen (Richter, Etablissement 261); b) etw. fortwährend mit den Fingern bewegen; an etw. herumspielen: sie spielte an/mit ihrem Armband, Ohrring; er spielte an ihren Brüsten, mit ihrem Haar; Ü der Wind spielte mit ihren Haaren; c) ein bestimmtes ↑Spiel (1 b) zum Vergnügen, Zeitvertreib, aus Freude an der Sache selbst machen: Halma, Skat, ein Spiel, ein Gesellschaftsspiel s.; [mit jmdm., gegen jmdn.] Schach spielen; Verstecken, Fangen, Blindekuh, Indianer, Räuber und Gendarm s.; wollen wir noch eine Partie s.?; d) (Kartenspiel) im Spiel einsetzen, ausspielen: Herz, Trumpf, den Buben, eine andere Farbe s.; e) ein bestimmtes ↑Spiel (1 b) beherrschen: spielen sie Skat?; sie spielt sehr gut Schach. 2. sich an einem Glücksspiel beteiligen: hoch, niedrig, riskant, vorsichtig, um Geld, mit hohem Einsatz, um hohe Summen s.; im Lotto, Toto s.; er begann zu s. (wurde ein Spieler); <auch mit Akk.-Obj.:> Lotto, Toto, Roulette s. 3. a) [als Sport] ein bestimmtes Ballspiel o. Ä. spielen: Fußball, Handball, Hockey, Golf, Billard s.; sie spielt hervorragend Tennis; er kann wegen einer Verletzung zurzeit nicht s.; b) einen sportlichen Wettkampf austragen: die Mannschaft spielt heute [gut, schlecht, enttäuschend, offensiv, auswärts]; gegen einen starken Gegner s.; es wird in der Halle gespielt; um Punkte, um die Meisterschaft s.; c) <s. + sich; unpers.> sich in bestimmter Weise ↑spielen (3 b) lassen: auf nassem Rasen spielt es sich schlecht; in der Halle spielt es sich besser; d) (einen Ball o. Ä.) im Spiel irgendwohin gelangen lassen: den Ball, die Scheibe vors Tor s.; die schwarze Kugel über die Bande ins Loch s.; e) (einen Ball o. Ä.) in einer bestimmten Weise im Spiel bewegen: den Ball hoch, flach, mit Effet s.; f) ein Spiel mit einem bestimmten Ergebnis abschließen, beenden: unentschieden s.; die deutsche Mannschaft hat 1: 0 gespielt; g) (Ballspiele, Eishockey) als ↑Spieler (a) einen bestimmten ↑Posten (2 c) einnehmen: im Tor, in der Abwehr, halblinks s.; Libero s. (als Libero spielen). 4. <s. + sich> durch Spielen (1 a, c, 2, 3 b) in einen bestimmten Zustand gelangen: die Kinder haben sich müde, hungrig gespielt; sich beim Roulette um sein Vermögen s.; sich warm, in Form s. 5. a) auf einem Musikinstrument musizieren: Gitarre s.; sie spielt seit Jahren Cello; er spielt in einer Band Saxophon; sie spielt [gut, schlecht] Klavier (kann [gut, schlecht] Klavier spielen); b) auf einem Musikinstrument darbieten: eine Melodie, Etüde, Sonate [auf dem Klavier] s.; die Kapelle spielte einen Marsch, Volkslieder, Jazz, Tanzmusik; sie spielten [Werke von] Haydn und Mozart; Ü das Radio spielte (im Radio hörte man) eine Symphonie; spiel doch mal eine Schallplatte (ugs.; lege eine Schallplatte auf)!; denn dieses Lied »macht ein gutes Gefühl«. Und so spielten sie es im Programm von SWR 3, und wirklich: es wurde ein Hit (FAZ 9. 7. 99, 48); c) musizieren: auswendig, vom Blatt, nach Noten s.; vierhändig, auf zwei Flügeln s.; gekonnt, routiniert, anmutig, mit Gefühl s.; sie spielt im Schulorchester, in einer Rockband; Und schließlich ist er seit den sechziger Jahren einer der großen Pioniere der Fusion von afrokaribischer Musik und Jazz, hat mit allem gespielt, was in der ... »Salsa«-Szene Rang und Namen hat (FAZ 10. 7. 99, 46); die Band spielt heute in Köln; die Kapelle, die Musik begann zu s.; zum Tanz s.; Ü das Radio spielt (läuft) bei ihm den ganzen Tag. 6. a) (eine Gestalt in einem Theaterstück, Film) schauspielerisch darstellen: eine kleine Rolle, die Hauptrolle [in einem Stück] s.; den Hamlet [eindrucksvoll, überzeugend] s.; <auch ohne Akk.-Obj.:> die Hauptdarstellerin spielte manieriert, gut, eindringlich; b) als Darsteller auftreten: jeden Abend s. müssen; er spielt am Burgtheater (hat dort ein Engagement als Schauspieler); c) (ein Bühnenstück) aufführen, (einen Film) vorführen: eine Komödie, Oper s.; das Staatstheater spielt heute Hamlet; das Kino spielt, im Kino spielen sie schon wieder »Casablanca«; was wird heute im Theater gespielt?; Ü was wird hier gespielt? (ugs.; was geht hier vor sich?); d) <s. + sich> durch seine Leistung im ↑Spiel (1 d, 5 a, b) in einen bestimmten Rang aufsteigen: mit dieser Rolle hat er sich ganz nach vorn, in die erste Reihe gespielt; die Mannschaft hat sich an, in die Weltspitze gespielt. 7. (von der Handlung eines literarischen Werks o. Ä.) sich irgendwann, irgendwo zutragen: der Film, Roman spielt im 16. Jh., in Berlin, im Berlin der Zwanzigerjahre; Dieser Roman, so weitab er zu s. scheint, ist im höchsten Sinne aktuell (Reich-Ranicki, Th. Mann 132); ∙ (landsch.) <s. + sich; unpers.:> Einmal ... spielte es sich, als sollte in unserem großen Ofen auch Fleisch gebraten werden (Rosegger, Waldbauernbub 150). 8. a) etw. Bestimmtes zu sein vorgeben; vortäuschen, vorgeben: den Überlegenen s.; sie spielt gerne die große Dame; spiel hier nicht den Narren, den Unschuldigen!; <häufig im 2. Part.:> mit gespielter Gleichgültigkeit; gespieltes Interesse; Er war überzeugt, dass diese Ohnmacht nicht gespielt war (Loest, Pistole 82); b) eine bestimmte Rolle, Funktion übernehmen: Er hatte doch eine Zeit lang das Gefühl gehabt, der Streit werde ihm vorgetragen, damit er den Schiedsrichter spiele (M. Walser, Seelenarbeit 118); Er bereitete sich darauf vor, den Sündenbock zu s. (H. Gerlach, Demission 106); könntest du nicht mal [den] Mundschenk, [die] Dolmetscherin s.?; sie will nicht den ganzen Tag Hausfrau s.; ich denke ja gar nicht daran, schon wieder den Chauffeur zu s. 9. leichtfertig, mit launenhafter Willkür mit jmdm., einer Sache umgehen: mit jmdm., jmds. Gefühlen [nur] s.; [leichtsinnig] mit seinem Leben s. (sein Leben riskieren); er spielt gern mit Worten (liebt Wortspiele). 10. a) [sich] unregelmäßig, ohne bestimmten Zweck, leicht u. daher wie spielerisch [hin u. her] bewegen: der Wind spielt in den Zweigen, in ihren Haaren; das Wasser spielte um seine Füße; Ü ein Lächeln spielte um ihre Lippen (ein leichtes Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen); b) von einem Farbton in einen anderen übergehen: ihr Haar spielt [etwas] ins Rötliche; der Diamant spielt (glitzert) in allen Farben; unter meiner schlaffer werdenden Gesichtshaut, die vom Bräunlichen ins Gelbliche zu s. beginnt, sehe ich im Spiegel manchmal den eigenen Totenschädel (Stern, Mann 206); ein ins Grünliche spielendes Gelb. 11. heimlich irgendwohin gelangen lassen; jmdm. unauffällig ↑zuspielen (2): jmdm. etw. in die Hände s.; Hausminister von Knobelsdorff war es gewesen, der eine ... Verlautbarung ... in die Tagespresse gespielt hatte (Th. Mann, Hoheit 133). 12. *etw. s. lassen (etw. für eine bestimmte Wirkung einsetzen, wirksam werden lassen): seine Beziehungen, Verbindungen s. lassen; sie ließ ihren Charme, ihre Reize s.; lass doch mal deine Fantasie s.!; sich mit etw. s. (österr.; 1. etw. nicht ernsthaft betreiben. 2. etw. mühelos bewältigen). 13. (bes. schweiz.) funktionieren, wirksam werden: Einschränkungen sind nur dort vorzusehen, wo Monopolmedien vorhanden sind und der Wettbewerb nicht s. kann (NZZ 30. 8. 83, 15); Die Gewaltentrennung spielt ... sowohl gegenüber dem Gesetzgeber als auch gegenüber der Verwaltung (Nordschweiz 29. 3. 85, 13); Muss notwendigerweise auch in Zukunft das ablaufen, was in der Vergangenheit gespielt hat? (Weltwoche 17. 5. 84, 19). ∙ 14. a) (von Geschützen) einen Schuss, Schüsse abgeben; abgefeuert werden: Drauf spielte das Geschütz, und Blumensträuße, wohlriechend köstliche Essenzen wurden aus niedlichen Feldstücken abgefeuert (Schiller, Maria Stuart II, 1); da ... alle Batterien, die man ... s. ließ, nicht nur ohne Wirkung blieben ... (Wieland, Abderiten IV, 9); b) schießen (c): Um Mitternacht fing das Bombardement an, sowohl von der Batterie auf unserm rechten Ufer als von einer andern auf dem linken, welche näher gelegen und mit Brandraketen spielend, die stärkste Wirkung hervorbrachte (Goethe, Kampagne in Frankreich 1792, 30. August).

Universal-Lexikon. 2012.

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